Wehrmedizin und Wehrpharmazie 4/2014

EXPERTISE AUF PARTNERSCHAFTLICHEM NIVEAU

Im Oktober hatte die Wehrmedizin und Wehrpharmazie (WM) die Möglichkeit, mit German Beck Leiter Marketing, und Ingo Hencke, Leiter Key-Account-Management und zentraler Ansprechpartner für die Bundeswehr am Hamburger Standort über Aufgaben und Herausforderungen sowie die langjährige Expertise im Bereich der maschinellen und manuellen Aufbereitung von wiederverwendbaren Medizinprodukten der Risikoeinstufung unkritisch bis kritisch zu sprechen.

EXPERTISE AUF PARTNERSCHAFTLICHEM NIVEAU

Das Gespräch führte Peter C. Franz, Verlagsleiter National.

WM: Mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte blickt die Chemische Fabrik Dr. Weigert GmbH & Co. KG auf ein breites, ausgereiftes Produktportfolio und ausgewiesene Kernkompetenzen insbesondere in der maschinellen Aufbereitung von Medizinprodukten. Bitte geben Sie unseren Lesern einen Einblick in den Weg, den die Chemische Fabrik Dr. Weigert gegangen ist.

Dr. Weigert: Gern. 1912 wurde die Firma von Dr. Walter Weigert mit der Entdeckung der Chlorbleichlauge (Natriumhypochlorit) als flüssiges Produkt für die Wäschebleiche gegründet, die Hamburger Großwäschereien mit „Dr. Weigert’s Bleichessenz“ belieferte. In den 1920er Jahren entwickelte Dr. Weigert das erste flüssige, alkalische Reinigungs- und Desinfektionsmittel für Butterfertiger in Molkereien unter dem Namen neomoscan. 1949 erfolgte die Neugründung der Firma, nachdem der Geschäftsbetrieb der Firma während der Kriegsjahre ruhte. In den 1950er Jahren entwickelte die Firma einen weiteren Geschäftsbereich mit der Entwicklung geeigneter Reinigungsmittel und des ersten sauren Klarspülers für den Einsatz in Geschirrspülmaschinen, die zwanzig Jahre später für den Einsatz in Großküchen weiterentwickelt und revolutioniert wurden. Zeitgleich erfolgte die Markteinführung von neomoscan M flüssig, dem ersten und einem bis heute führenden flüssigen aktivchlorhaltigen Produkt für die kombinierte Reinigung und Desinfektion von Melk- und Milchkühlanlagen. In den 1960er Jahren folgte die Entwicklung der ersten phosphorsauren Reiniger für die Ernährungsindustrie unter dem Warenzeichen niroklar. In dieser Zeit begann Dr. Weigert mit dem Aufbau des Geschäftsfeldes der maschinellen Aufbereitung von Laborglas und medizintechnischen Utensilien in enger Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern. In den 1990er Jahren entwickelte die Firma die ersten pH-neutralen Reinigungsmittel für das maschinelle Geschirrspülen und für die Aufbereitung chirurgischer Instrumente, die zum Kundenvorteil nicht mehr ätzend waren. Keine zehn Jahre später erfolgten die Markteinführung des neodisher 3Clean-Konzepts für die maschinelle Aufbereitung von Medizinprodukten und von "neomoscan compact", dem tensidfreien Hygiene-Konzept für die Getränkeindustrie.

WM: Das bedeutet, dass Sie im Laufe der Jahre ein breites Produktportfolio entwickelt haben, was es Ihnen ermöglicht, eine ebenso breite Kundenschicht anzusprechen?

Dr. Weigert: Ja, das ist richtig. Unter dem Leitspruch des Firmengründers Dr. Walter Weigert "Nicht was wir herstellen können ist entscheidend, sondern welchen Vorteil unsere Kunden davon haben." sind wir seit Jahrzehnten führend in der Entwicklung professioneller Systemlösungen bei der maschinellen Reinigung und Desinfektion in der Labor- und Medizintechnik, auf dem Großküchensektor sowie in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie und haben kommend aus der chemischen Reinigung für die Ernährungsindustrie ein Produktsegment entwickelt für die Bedürfnisse der industriellen Reinigung in den Bereichen der Aufbereitung innerhalb des Medizin- bzw. Gesundheitswesens und der Großküchen.

WM: Sie sind nicht nur produkttechnisch sondern auch geographisch breit aufgestellt. Der Gebäudekomplex ist sehr weitläufig. Welche Abteilungen finden wir hier vor Ort?

Dr. Weigert: Als mittelständisches Unternehmen arbeiten wir seit Jahrzehnten führend hier am Standort Hamburg mit den Abteilungen Forschung- und Entwicklung, Anwendungstechnik, Hygiene und Mikrobiologie, Produktion, Logistik und Administration an der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb unserer Produkte, Systemend Dienstleistungen. Nicht zu vergessen unsere Abteilung Dosiertechnik und Anlagenbau. Aus bescheidenen Verhältnissen wurde ein weltweit agierendes Unternehmen erschaffen. Bernd Ziege, der seit 1981 die Funktion als Geschäftsführer innehat, investierte stark in neue Laboratorien, Produktionsanlagen, Logistik und in die Bürogebäude ganz im Sinne der Firmenphilosophie: Die Mitarbeiter sollen sich hier wohlfühlen und diese Wohlfühlkomponente wird von den Mitarbeitern sehr geschätzt.

WM: Wie viele Mitarbeiter arbeiten bei Dr. Weigert?

Dr. Weigert: Europaweit haben wir knapp 300 Mitarbeiter in acht Niederlassungen. Diese liegen in Frankreich, Österreich, Polen, Ungarn, den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und der Schweiz.

WM: Ist es Ihr Ziel, Ihre Marktposition auf europäischer Ebene auszubauen?

Dr. Weigert: Ja, wir wollen weiter expandieren, - nicht –nur europa- sondern auch weltweit. Wir arbeiten außerhalb von Europa exklusiv mit Vertriebspartnern zusammen, so dass wir unsere Produkte, Systeme und Dienstleistungen auch-weltweit–vertreiben können.
Das ist auch eine Besonderheit von Dr. Weigert, dass wir Händler in der zweiten und dritten Generation an die Firma gebunden haben. Gerade im Gesundheitswesen ist die langfristige Bindung an einen Handelspartner für einen Mittelständler sehr wichtig. –Weiter ist die wirtschaftliche und rechtliche Unabhängigkeit eines unserer Unternehmensziele.

WM: Was sind weitere Unternehmensziele?

Dr. Weigert: Kunden- und Marktorientierung ist die oberste Maxime all unserer Unternehmensbereiche. Die Weiterentwicklung steht an oberster Stelle der Unternehmensziele. Ganz im Sinne unseres Geschäftsführers wollen wir Werte schaffen – für das Gesundheitswesen, für den Küchenbereich, für die Ernährungsindustrie und wir wollen uns dabei an den Bedürfnissen unserer Kunden orientieren.

WM: Um nochmal auf das Wirkungsfeld von Dr. Weigert zurückzukommen: Wo liegen Ihre Kernkompetenzen?

Dr. Weigert: Die Kompetenz und Erfahrung unserer Mitarbeiter sind entscheidend, wenn wir für unsere Kunden individuelle Lösungen entwickeln. Im Bereich des Gesundheitswesens sind wir sehr stark vertreten und sehen eine unserer Kernkompetenzen im Krankenhaus-, Rehaklinik- und Altenpflegeheimbereich. In einem Krankenhaus finden Sie Dr. Weigert-Produkte eigentlich immer in den Bereichen, in denen maschinelle Aufbereitungsprozesse im Vordergrund stehen – im Bereich der Instrumenten- und Endoskopaufbereitung und zugleich im Großküchenbereich und dem Bereich der Steckbeckenaufbereitung. Diese Kernkompetenzen runden wir natürlich mit dem notwendigen Sortiment ab z. B. Produkte für die Flächendesinfektion, bzw. manuelle Instrumentenreinigungs- und Instrumentendesinfektionsmittel. D. h. dort, wo Hygiene-Sicherheit eine zentrale Rolle spielt, sind wir komplett vertreten.

WM: Wie sind die einzelnen Produktsegmente innerhalb Ihrer Firma gewichtet?

Dr. Weigert: Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig im Krankenhaussegment, das in vier Fachbereiche gegliedert ist. Ein Fachbereich ist der gesamte Part der –maschinellen Instrumentenaufbereitung in den Krankenhäusern. Das geschieht üblicherweise in der zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA). Dort finden Sie typischerweise den sogenannten Instrumentenkreislauf: Das Instrumentarium wird mit den entsprechenden Produkten vorgereinigt und anschließend maschinell aufbereitet. Die Wirksamkeit des gesamten Aufbereitungsprozesses einschließlich der eingesetzten Prozesschemikalien muss im Vorwege durch eine „Leistungsqualifikation“, die einmal pro Jahr wiederholt wird, nachgewiesen werden. In allen Teilabschnitten des gesamten Aufbereitungsprozesses kommen Prozesschemikalien von Dr. Weigert zum Einsatz. Der Aufbereitungsprozess fängt bereits im OP an, setzt sich in der Vorreinigung vor der maschinellen Aufbereitung fort und endet auf der reinen Seite in der ZSVA, wenn die Medizinprodukte zur erneuten Anwendung im OP vorbereitet werden.

WM: Ich bekomme als Kunde alles aus einer Hand von Ihnen, was heißt das

Dr. Weigert: Ja, umfassende Beratung in allen Fragestellungen der Reinigung und Desinfektion bietet unseren Kunden größtmögliche Sicherheit und Wirtschaftlichkeit beim Produkteinsatz und bei der Planung betrieblicher Hygienemaßnahmen. Im Bereich der Aufbereitung von Medizinprodukten bekommen Sie alles für den gesamten Aufbereitungskreislauf aus einer Hand. Das reicht von einer möglichen Vorbehandlung im OP bis zur ZSVA mit dem Maschinenreinigungsschritt bis hin zur speziellen Pflege des Instrumentariums nach der Reinigung.
Ein weiterer Fachbereich von Dr. Weigert ist die Endoskopaufbereitung. Dieser ist für unser Unternehmen ein Wachstumsbereich, weil endoskopische Eingriffe zur Diagnose und auch zur Therapie in den letzen Jahren ständig zunehmen. Die flexiblen Endoskope sind hochkomplexe Gerätschaften mit sensiblen Materialien, die in der Aufbereitung ebenso komplex sind. Hierfür deckt Dr. Weigert mit Prozesschemikalien, die speziell für diese hochkomplexe Aufbereitung entwickelt wurden, den gesamten Aufbereitungskreislauf ab – von der Vorreinigung nach der Nutzung am Patienten hinübergehend in die maschinelle Aufbereitung bis zur Wiederverwendung.
Der Fachbereich der Großküchenhygiene spielt bei uns ebenfalls eine bedeutende Rolle. In jedem Krankenhaus sorgt eine Großküche für die Bereitstellung der Gemeinschaftsverpflegung. Dort werden spezielle Produkte für das gesamte Umfeld im Küchenbereich benötigt, zur manuellen und maschinellen Anwendung – also von der Fußbodenreinigung über das maschinelle Geschirrspülen bis hin zur Arbeitsflächendesinfektion. Unterschiedlichste Gerätschaften, vom großen Bräter über den Kombidämpfer bis zur Spülmaschine, müssen entsprechend gereinigt werden. Auch hier decken wir das gesamte Umfeld - mit unseren Produkten ab.
All diese Bereiche sind immer sehr stark gebunden an eine entsprechende Dosiertechnik, um Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel in der notwendigen Dosierung anzuwenden. Die Versorgung von unterschiedlichen Fachbereichen mit Prozesschemikalien geschieht über von Dr. Weigert konzipierte, teilweise hochkomplexe Dosieranlagen, die in regelmäßigen Abständen gewartet und in Stand gehalten werden, eben der sprichwörtliche regelmäßige Dr. Weigert Rundum-Service .

WM: Rufen die unterschiedlichen Anwendungsgebiete ebenso unterschiedliche Anforderungen hervor?

Dr. Weigert: Ja, das ist durchaus der Fall. In manchen Krankenhäusern, wie z. B. den Universitätsklinik-en, gibt es zusätzlich spezielle Fachabteilungen wie Dentalklinik, Laborbereiche, usw. Auch diese Abteilungen benötigen unterschiedliche professionelle Systemlösungen bei denen unsere Prozesschemikalien für die Wiederaufbereitung von unterschiedlichsten Medizinprodukten, Gerätschaften und Zubehör zur Anwendung kommen.
Aufgrund unserer Erfahrung ist Dr. Weigert immer wieder Ansprechpartner für Hersteller- von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDG) wenn es um Potentiale und Möglichkeiten zur Prozessoptimierung geht.

WM: Inwieweit schaffen Sie in diesen speziellen Bereichen Innovationen und grenzen sich von den Mitbewerbern ab?

Dr. Weigert: Es ist das Know-how unserer Mitarbeiter und Fachabteilungen, welches unsere Kompetenz im Markt widerspiegelt. Die Empfehlungen für Dr. Weigert reichen bis zu Global Playern in den USA, die neben enzymatischen Produkten explizit Dr. Weigert mit seinem mildalkalischen tensidhaltigen Reiniger benennen. In anderen Bereichen hier namentlich der Küchenbereich hat Dr. Weigert sehr stark in die sogenannten Eco-Produkte investiert, obwohl die Anforderungen für Eco-gelabelte Produkte schwer umsetzbar sind. Dabei haben wir die Nachhaltigkeit in den Fokus gesetzt. Wir setzen auf Eco-gelabelte Produkte, die standardmäßig am Markt vertreten und etabliert sind – das bedeutet wir tolerieren keine Einbußen in der Reinigungsleistung und erfüllen dennoch die verschärften Anforderungen des EU-Ecolabels. Unsere Prämisse war es, unser Leistungsversprechen gegenüber unseren Kunden aufrechtzuerhalten. Das ist uns vollumfänglich gelungen. Mittlerweile wurden sechs bewährte Produkte für das Eco-Label qualifiziert und bürgen unter dem gleichen Namen wie bisher - – - für ein gleichbleibend hohes Leistungsprofil. So treten diese nachhaltigeren Rezepturen an die Stelle der Vorgängerprodukte. Von unseren Kunden wird das sehr gut angenommen. Auch in Ausschreibungen konnten die Ecolabelprodukte- überzeugen. Das heißt, das Thema Nachhaltigkeit ist nicht nur etwas, was Dr. Weigert von sich aus betreibt, verfolgt und unterstützt, sondern das auch positiv angenommen wird, ganz im Sinne der Philosophie im Hause Dr. Weigert, sich an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren.

WM: Das Thema Nachhaltigkeit liegt Ihnen sehr am Herzen?

Dr. Weigert: Das ist richtig. Zum Thema Nachhaltigkeit haben wir auch eine Broschüre herausgegeben, um Kunden und allen Stakeholdern zu zeigen, welche Denkweise in unserem Hause vorherrscht und gelebt wird.

WM: Wie stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Innovationskraft auch für die Zukunft innehaben?

Dr. Weigert: Wir haben hier vor Ort eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dazu zählt auch eine eigenständige Mikrobiologieabteilung, die mit zwei Mikrobiologen besetzt ist. Bindeglied zum Anwender ist die Anwendungstechnik, die Anforderungen des Marktes nach innen trägt. Wir wollen in der Lage sein, dem Kunden ständig aktuellste Informationen geben zu können. Dieser Servicegedanke, das ist etwas, was wir bei Dr. Weigert sehr hoch halten. Es ist ein Versprechen, das wir nicht nur geben, sondern auch halten können. In allen Prozessen der maschinellen Aufbereitung ist Dr. Weigert führend, was sicher mit der eingangs erwähnten Fokussierung auf eben diese Kernkompetenz zusammenhängt.
Die Anforderungen seitens der Anwender aus dem medizinischen Bereich sind gestiegen. Um den gesamten Aufbereitungskreislauf abdecken zu können, widmen wir uns inzwischen auch den vorgelagerten manuellen Prozessen der Aufbereitung. Deshalb haben wir rechtzeitig die Weichen gestellt, um auch die vorgelagerten Prozessschritte mit unserem Portfolio abdecken zu können – denn bestmöglich aufeinander abgestimmte Prozesschemikalien optimieren den gesamten Aufbereitungsprozess für den Anwender. Wir tragen unsere Expertise in andere Bereiche weiter und sorgen für eine stetige Weiterentwicklung des Produktbereiches am Markt.

WM: Sie schreiben den Service dem Kunden gegenüber groß und Ihnen ist die Nähe zum Kunden sehr wichtig. Um die enge Kundenbeziehung vor Ort auch leben zu können, bedarf es natürlich einer gut funktionierenden Struktur im Hintergrund.

Dr. Weigert: Ja, das ist richtig. Direkten Kontakt zum Anwender bieten unsere Mitarbeiter vor Ort und die Anwendungstechnik, die unter anderen mit den Kompetenzbereichen Medizin, Endoskopie, Küchenhygiene, Steckbeckenaufbereitung, Laborglasreinigung und Tierkäfigaufbereitung individuelle Systemlösungen entwickelt und bei Problemfällen im gesamten Aufbereitungskreislauf Hilfestellung bietet. Wir stellen dies sicher durch die Investitionen in unsere Mitarbeiter, in die Forschung und Entwicklung sowie in die Produktion. Ein entscheidender Faktor ist hierbei die Investition in eine unterstützende Automatisierung, sprich Roboter. Es wird automatisch abgefüllt, verpackt, gewickelt und aus dem Produktionsbereich hinaus transportiert. Eine weitere Besonderheit ist unser Wasserlabor, das seit diesem Jahr akkreditiert ist. Wir arbeiten eng mit Maschinenherstellern zusammen und führen auch bei denen bzw. unseren gemeinsamen Kunden Wasseranalysen durch.,

WM: Sie verfolgen einen sehr hohen Anspruch und wollen zugleich Ihre Eigenständigkeit behalten. Sind das Ziele, die teilweise konträr laufen?

Dr. Weigert: Ja, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Aber genau das ist es, was wir eingangs sagten: Dieser Umstand fordert und fördert zugleich viel. Der Gewinn wird in das Unternehmen investiert, um z. B. zu gewährleisten, dass die Mitarbeiter Freude an ihrer Arbeit haben. Das ist ein sehr schöner, gesunder Ansatz. An der durchschnittlichen Zugehörigkeit der Mitarbeiter sehen wir uns in unserem Ansinnen bestätigt: Wir liegen hier bei 13,5 Jahren durchschnittlicher Firmenzugehörigkeit.

WM: Kommen wir einmal auf die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Herstellern zu sprechen. Wie gestaltet sich diese?

Dr. Weigert: Wir pflegen seit vielen Jahre eine enge Zusammenarbeit mit den RDG-Herstellern. Das liegt daran, dass wir neue Reinigungsverfahren gemeinsam mit den Maschinenherstellern entwickeln und markttauglich machen. Betrachtet man den Gesamtprozess in seinem Endergebnis, zählen Prozesschemikalien einfach dazu. Im Bereich der Instrumente stehen wir ebenfalls seit sehr vielen Jahren in engem Kontakt mit den Herstellern. Hier handelt es vornehmlich um Materialbeständigkeiten und Empfehlungen dazu, welche Produkte für welches Material in der Aufbereitung geeignet sind. Wir verfolgen das Ziel, für jedes Medizinprodukt, das wiederaufbereitet wird, eine Aufbereitungsempfehlung für den Nutzer vor Ort geben zu können.

WM: So profitieren beide Seiten davon – Sie auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch die Hersteller?

Dr. Weigert: Ja. In der täglichen Arbeit sind wir mit den Instrumenten- als auch den RDG-Herstellern gemeinsam beim Kunden vor Ort, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, wie z. B. bei Belägen auf Instrumenten oder hartnäckigen Verschmutzungen. Da lösen wir im Verbund aus Instrumentenhersteller, RDG-Hersteller und Dr. Weigert als Prozesschemikalienhersteller die Probleme indem wir versuchen, die Ursache dieser Probleme einzugrenzen und zu identifizieren. Dies und die Einsatzbereitschaft, Kompetenz und Kreativität unserer Mitarbeiter bildet so den Kern unserer Leistungsfähigkeit, die wir zum Nutzen unserer Kunden jeden Tag unter Beweis stellen.

WM: Sie sprechen die Bundeswehr in der Zentrale als Kunden seit noch nicht allzu langer Zeit an. Woher rührt die verhältnismäßig späte Präsenz?

Dr. Weigert: Als mittelständischer, nationaler, ganzheitlicher Anbieter muss man den unterschiedlichsten Kundenwünschen gerecht werden. Im Laufe der Jahrzehnte ist Dr. Weigert mit seinen Produkten und seinem Know-how gewachsen. Am Anfang stand die dezentrale Vorortbetreuung mit unseren Außendienstmitarbeitern. Heute haben wir ein modernes Key Account Management das die Einsätze vor Ort in Abstimmung mit der Bundeswehrzentrale koordiniert , so dass wir jetzt den Service anbieten, den eine Bundeswehr verlangt und uns jetzt guten Gewissens der Bundeswehr als zuverlässigen Partner anbieten können. In den achtziger Jahren hatte die Bundeswehr auch nicht die maschinellen Prozesse, die man heute vor Ort vorfindet. An dieser Stelle ist Dr. Weigert nun der kompetente Ansprechpartner. Das lässt sich am Beispiel der Endoskopaufbereitung beschreiben. Hier haben wir mit einem neuen Granulat-Produkt eine passende Lösung, die sich insbesondere für den Transport und Lagerung unter schwierigeren Bedingungen gut eignet. Hinter derartigen Entwicklungen steckt intern auch die strategische Überlegung, Produkte anzubieten, die dauerhaft den Standards und Anforderungen einer modernen Bundeswehr (z. B. Transport- und Lagersicherheit, hohe Dosiergenauigkeit) gerecht werden.

WM: Stichworte Versorgungssicherheit und Flexibilität. Zwei Punkte, die in einer dauerhaften Partnerschaft mit der Bundeswehr sehr wichtig sind. Wie sehen Sie sich hier aufgestellt?

Dr. Weigert: Unsere Produktion ist sehr flexibel. Auf diese Weise können wir uns auf spezielle Bedürfnisse des Kunden respektive der Bundeswehr aus dem Fachbereich "Aufbereitung von Medizinprodukten" mit dem Schwerpunkt Instrumenten- und Endoskopaufbereitung einstellen. Innerhalb der Bundeswehr gibt es zahlreiche Vorgaben insbesondere in Bezug auf Verbrauchsmaterialien im Auslandseinsatz, die Begrenzung von Gebindegrößen etc. Auf diese individuellen Bedürfnisse der Bundeswehr können wir uns einstellen. Mit dem Stichwort Versorgungssicherheit spielen Sie vermutlich darauf an, dass es in den vergangenen Jahren immer mal wieder zu Versorgungsengpässen bei anderen Herstellern gekommen ist. Dies war bei uns nie ein Problem und wir tun – vor allen Dingen mit unserer eigenen hochmodernen Produktion hier vor Ort in Deutschland – alles dafür, dass dies auch so bleibt.

WM: Wie kann die Bundeswehr an Ihre Firma herantreten?

Dr. Weigert: Zum einen gibt es bereits Kontakte über die Zentrale Beschaffung der Bundeswehr, zum anderen auch regional in den jeweiligen Einrichtungen der Bundeswehr. Hier sehe ich vor allen Dingen die Bundeswehrkrankenhäuser im Fokus, zu denen wir bereits Kontakt halten, bzw. die teilweise schon seit vielen Jahren unsere Kunden sind. Darüber hinaus überregional durch den Key-Account von Dr. Weigert oder regional durch die technisch geschulten Außendienstmitarbeiter. In diesen finden die Bundeswehr einen kompetenten Ansprechpartner in allen Belangen der Hygiene und der Aufbereitung. Insgesamt sind wir mit 42 Außendienstmitarbeitern hier in Deutschland vertreten, regional in fünf Verkaufsgebiete aufgeteilt, die alleinverantwortlich in ihrem regionalen Verkaufsgebiet die Kundenbetreuung durchführen. Die Außendienstkollegen sind so geschult, dass sie sowohl in der Instrumenten- und Endoskopaufbereitung als auch zu Fragen der Küchenhygiene Rede und Antwort stehen können.

WM: Sie nutzen ein eigenes Medium, um Informationen zu Ihren Produkten an Ihre Kunden heranzutragen: Ihre Zeitschrift „Update“. Mögen Sie ein paar Worte dazu sagen?

Dr. Weigert: Die Zeitschrift "Update" erscheint zweimal im Jahr – einmal im Mai, einmal im November, dann pünktlich zur Medica. Hierin bilden wir einen Querschnitt durch das Unternehmen Dr. Weigert ab. Verschiedene Fachabteilungen nehmen Stellung, Neuerungen für den Markt werden kundennah präsentiert, etwa in Form von Erfahrungs- und Zufriedenheitsberichten. Wir haben eine Auflage von über 8 000 Exemplaren, die wir breit streuen. Die Zeitschrift dient auch als Instrument, den Kunden in unsere Aktivitäten miteinzubeziehen und ihm unser Unternehmen und unsere Philosophie näher zu bringen -Leitende Mitarbeiter des Sanitätsdienstes der Bundeswehr werden gerne in unseren Leserkreis aufgenommen und mit einem kostenfreien Abo versorgt.

WM: Ich bedanke mich für das informative Gespräch und wünsche Ihnen für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr alles Gute sowie gutes Gelingen für Ihre weiteren Vorhaben.

Autor: Peter C. Franz

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