Wehrmedizin und Wehrpharmazie 1/2011

INTERVIEW MIT BRIGADE GENERAL DR. ROB VAN DER MEER

INSPEKTEUR DES NIEDERLÄNDISCHEN SANITÄTSDIENSTES UND CHAIRMAN DES „COMMITTEE OF THE CHIEFS OF MILITARY MEDICAL SERVICES IN NATO” (COMEDS)

WM: General van der Meer, erst mal ganz herzlichen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, ein Interview für die Zeitschrift WEHRMEDIZIN und WEHRPHARMAZIE zu führen.

Seit über 30 Jahren beschäftigen wir uns mit den Fragen des deutschen Sanitätsdienstes, der sich in dieser Zeit sehr gewandelt hat und der inzwischen ganz andere Aufgaben erfüllt. Und das ist auch der Grund dafür, dass wir in der WM gerne mit Ihnen sprechen möchten, dem Chairman COMEDS. Die multinationale Zusammenarbeit nimmt für den deutschen Sanitätsdienst inzwischen eine sehr viel größere Rolle ein. Wie bewerten Sie die Aufgaben im Sanitätsdienst aus multinationaler Sichtweise?

INTERVIEW MIT BRIGADE GENERAL DR. ROB VAN DER MEER
Brigade General Dr. van der Meer mit LtCol Biny Hamstra im Gespräch mit Heike Lange, Verlegerin, Beta Verlag

General van der Meer: In erster Linie stehe ich hier natürlich in meiner Funktion als Chairman COMEDS, aber ich bin gleichermaßen Inspekteur des Niederländischen Sanitätsdienstes. Mein deutscher Amtskollege war auch mein Vorgänger im Amt bei COMEDS, und das reflektiert schon die beiden Ebenen der engen sanitätsdienstlichen Zusammenarbeit: Nicht nur bilateral für die Einsatzvorbereitung und die gemeinsamen Verfahren, sondern auch in der internationalen Arbeit bei COMEDS.

Unsere Sanitätsdienste haben schon bei den Einsätzen auf dem Balkan und in den Anfängen des ISAF-Einsatzes in Kabul sehr gut kooperiert, und das beabsichtigen wir auch für die bevorstehende erneute Verlegung von niederländischen Kräften nach Afghanistan - diesmal im Deutsch geführten Regionalkommando Nord - fortzuführen. Unsere beiden Länder sind nicht nur aufgrund der geografischen Nähe natürliche strategische Partner, uns verbindet auch die Übereinstimmung unserer grundlegenden Vorstellungen zur medizinischen Versorgung.

Die mit vielen Nationen bestehenden bi-nationalen Vereinbarungen zum Sanitätsdienst stellen zwar teilweise das Rückgrat der internationalen Zusammenarbeit dar. Aber letztlich bietet nur COMEDS innerhalb der NATO ein angemessenes Forum, um wirklich multinationale Abstimmungen herbeizuführen – sowohl auf der fachlich-medizinischen Ebene als auch zu Verfahren und Standards, die eine gemeinsame sanitätsdienstliche Versorgung in den Einsatzgebieten erst ermöglichen. Und das ist natürlich das eigentliche Ziel unserer Arbeit.

WM: Können Sie vielleicht auch ein paar Worte sagen zur Struktur von COMEDS innerhalb der NATO? Wie ist sie da übergreifend eingebettet?

General van der Meer: COMEDS ist das hochrangigste Gremium der NATO für alle militärmedizinischen Angelegenheiten, sei es im Rahmen der Einsatzvorbereitung, der Einsatzführung und auch der Nachbereitung. COMEDS regelt auf Leitungsebene vor allem Grundsätzliches zu sanitätsdienstlichen Richtlinien und Doktrin. Hier berät der Chairman COMEDS den Vorsitzenden des NATOMilitärausschusses, des „Military Committee“, in dem die Generalinspekteure aller NATOMitglieder tagen.

COMEDS berät aber auch direkt die oberste politische Ebene der NATO, den Nordatlantikrat, zum Beispiel in Fragen der Streitkräfteplanung.

WM: Diese Beratungsfunktion von COMEDS war aber nicht immer auf dieser höchsten Ebene.

General van der Meer: Ja, in der Vergangenheit waren Position und Zuständigkeiten etwas unklar, aber die Sichtbarkeit des Bereiches Militärmedizin als unmittelbar führungsrelevantem Bereich hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen – dieser Wandel hat sich unter der deutschen COMEDSPräsidentschaft vollzogen. Wir haben jetzt die notwendige Position, um die NATO-Führung wirksam beraten zu können. Auch die Vielzahl der bestehenden Expertengruppen mit medizinischem Bezug konnte unter dem Dach der COMEDS konsolidiert werden. Viele Spezialistengruppen – wie z. B. für die medizinische Versorgung in Unterseebooten oder in der Flugmedizin – sind jetzt entweder in der COMEDS- Struktur vereint oder haben tragfähige funktionale Beziehungen zu COMEDS entwickelt, um die Einhaltung einheitlicher sanitätsdienstlicher Grundsätze sicherzustellen. Das nützt auch der militärischen Kommandostruktur auf allen Ebenen und hilft den Truppen im Einsatz.

WM: Die NATO hat vor kurzem ein neues Strategiekonzept verabschiedet. Inwiefern hat das Auswirkungen auf den Sanitätsdienst? Was hat sich da verändert?

General van der Meer: Das ist ein Thema, mit dem wir uns bei COMEDS gerade jetzt besonders intensiv beschäftigen, und erst die zukünftige Arbeit wird die detaillierten Folgen für uns aufzeigen. Ein Kern der NATOStrategie bleibt das klare Bekenntnis zur gemeinsamen Verteidigung des NATO-Territoriums. Auf die sanitätsdienstliche Unterstützung solcher intensiver Operationen (auf Basis des Artikels V des NATO Vertrages, der Beistandsverpflichtung) müssen wir weiterhin vorbereitet sein. Darüber hinaus liegt aber ein starker Schwerpunkt auf der weltweiten Rolle der NATO als Sicherheitspartner.

In Umsetzung dieses Anspruches auf globaler Ebene muss die NATO künftig vermehrt auf internationale Partner zugehen. Das beste Beispiel ist vielleicht die Entwicklung der Beziehungen zu Russland. Die Entwicklung einer stabilen Partnerschaft dient der Sicherheit im NATO-Gebiet und ist darüber hinaus mehr als eine Absicherung durch militärische Mittel. Als Beitrag zur Tätigkeit des NATO-Russland- Rates gibt es auch umfangreiche Aktivitäten auf sanitätsdienstlicher Ebene. Die medizinische Versorgung war schon immer ein gerne genutztes Gebiet zum Öffnen von Türen, da aufgrund des humanitären Hintergrundes sogar bereits unter den Bedingungen des „Kalten Krieges“ politisch unverfängliche Kontakte geknüpft werden konnten.

Heute ist ein wesentlich intensiverer Austausch möglich und erforderlich. So wird z. B. im Rahmen der „NATO Operations Medical Conference“ im März ein besonderer Fokus auf der Kooperation mit Russland liegen, mit sehr konkreten Themen der medizinischen Versorgung aktueller Operationen. Das kann man durchaus als direkten Ausfluss der neuen NATO-Strategie sehen.

WM: Könnte man sagen, dass die Zusammenarbeit mit dem russischen Sanitätsdienst einer der Schwerpunkte ist oder ist das zu hoch gegriffen?

General van der Meer: Aus politischer Sicht ist die Zusammenarbeit mit Russland ein wirklicher Schwerpunkt der NATO und der Generalsekretär erwartet greifbare Fortschritte von seinen Gremien – daher geht auch bei COMEDS viel Energie in dieses Programm. Andererseits müssen wir nicht gesonderte Veranstaltungen mit den russischen Partnern planen, wenn wichtige Themen bereits durch existierende Konferenzen im COMEDS-Rahmen abgedeckt sind, an denen Russland zusätzlich teilnehmen kann.

Damit vermeiden wir eine doppelte Belastung unserer Spezialisten über den „normalen“ Konferenz-Kalender hinaus. Wir integrieren den russischen Sanitätsdienst also so weit als möglich in die laufende COMEDS-Arbeit und erlangen so einen intensiven fachlichen Austausch in beiderseitigem Interesse.

WM: Wie muss man sich das Aufgabenspektrum von COMEDS vorstellen?

General van der Meer: COMEDS ist die Gemeinschaft der höchsten militärmedizinischen Vertreter seiner Mitglieder. Wir entwickeln nicht nur die Leitlinien zur sanitätsdienstlichen Versorgung auf politischer und strategischer Ebene, wir führen auch die Arbeit einer Vielzahl von Untergruppen in den einzelnen medizinischen Fachgebieten mit der Ausgabe von Zielvorstellungen. Die einzelnen Gruppen sind zwar auf ihr Fachgebiet fokussiert, folgen aber so einer gemeinsamen Linie. Ganz wichtig für die Militärmedizin ist natürlich der Bereich der Notfallversorgung, der von einer eigenständigen Gruppe bearbeitet wird. Hierbei stehen nicht nur Themen der medizinischen Behandlung im Vordergrund, auch für die Bearbeitung der Verfahrensweisen in der taktischen Einbindung des Sanitätsdienstes in die kämpfende Truppe ist die notwendige Expertise vorhanden.

Wie in allen Bereichen der NATO versuchen wir, gemeinsame Standards für die multinationale Arbeit zu entwickeln. So können sich Soldaten aus allen Nationen, mit ihrem vielfältigen kulturellen Hintergrund und ihren oft sehr unterschiedlichen Ansätzen, im Einsatz besser verstehen. Das reicht uns aber nicht aus – COMEDS strebt eine echte Interaktion zwischen den Nationen an, um über ein gemeinsames Versorgungsniveau eine wirkliche multinationale Kooperation zu erreichen. Sanitätsdienstliche Kräfte sind immer eine knappe Ressource, und so müssen wir das wertvolle spezialisierte Personal so effizient wie möglich in multinationaler Kooperation einsetzen. Das bedingt eine weitgehende Interoperabilität im materiellen Bereich, aber auch in den Verfahren. Hierfür leisten unsere Untergruppen mit einer Vielzahl von Projekten wertvolle Arbeit, von der psychologischen Versorgung von Soldaten bis hin zur Zahnmedizin.

WM: Wenn ich jetzt das zivile Gesundheitswesen betrachte oder auch noch einen Schritt zurückgehe und mir die gesamte gesellschaftliche Diskussion ansehe, dann würde ich aus deutscher Sicht sagen, dass der Stellenwert der Medizin oder des Gesundheitswesens deutlich zugenommen hat. Es ist ein deutlich höherer Fokus auf der eigenen Gesundheit, man ist mehr bereit, selber etwas dafür zu tun und stellt das sehr viel mehr in den Mittelpunkt als das früher war. Würden Sie das auch gespiegelt auf die COMEDS so übertragen können, dass der medizinische Aspekt zugenommen hat oder die Wichtigkeit des Aspektes?

General van der Meer: Ein wichtiger Unterschied zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung liegt in der unmittelbaren Verbindung der Gesundheit von Soldaten zu ihrer Einsatzfähigkeit. Die operativen Fähigkeiten der Streitkräfte sind unmittelbar auf einen hohen Stand an Fitness und Gesundheit bei ihren Soldaten angewiesen. Vor allem vor dem Hintergrund der stetigen Verkleinerung der militärischen Kräfte in fast allen NATONationen ist die individuelle Gesundheit des Einzelnen immer mehr zur Schlüsselfähigkeit geworden. Daher ist die Gesunderhaltung natürlich viel mehr im Blickpunkt als in der Vergangenheit. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an die Soldaten, sowohl auf der körperlichen wie auf mentaler Seite, in den modernen Einsätzen stetig erhöht. Einsatzgebiete wie Afghanistan sind ungleich anspruchsvoller als die möglichen Einsatzszenarien früherer Zeiten.

Die Sicherstellung einer angemessenen medizinischen Versorgung ist daher noch mehr ein Faktor moderner Einsatzplanung geworden. In unseren Gesellschaften ist die Verantwortung zur Gesunderhaltung, zur Vermeidung von Krankheiten, natürlich vor allem eine Verpflichtung des Einzelnen. In Streitkräften ist dies aber auch eine Aufgabe des militärischen Führers, da die Einsatzfähigkeit der Soldaten direkt bestimmt, ob eine bestimmte militärische Aufgabe erfüllt werden kann oder nicht. Daher ist der Gesundheitszustand immer eine wesentliche Planungsgröße im militärischen Handeln.

WM: Wenn Sie als COMEDS Chairman einen Blick richten auf den deutschen Sanitätsdienst. Was ist Ihre Forderung speziell an den deutschen Sanitätsdienst? Welche Fähigkeiten sollten abgebildet werden?

General van der Meer: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist aus meiner Sicht einer der Eckpfeiler für die medizinische Versorgung in der NATO. Der Grund hierfür liegt nicht nur in der Größe Ihres Landes, das natürlich immer einen wesentlichen Anteil der Kräfte im NATO-Verbund stellt; auch die Position des Sanitätsdienstes innerhalb der deutschen Streitkräfte und die Einbindung in die Operationsführung sind auf deutscher Seite vorbildlich geregelt. Wir sind froh, dass Deutschland sich seiner Verantwortung als Führungsnation im sanitätsdienstlichen Bereich gestellt hat und wichtige Fähigkeiten in den Einsatzgebieten auch für andere Nationen zugänglich gemacht hat.

Auch im Bereich der Grundlagenarbeit innerhalb COMEDS ist der deutsche Sanitätsdienst sehr aktiv und gerade in der bi- und multinationalen Einsatzvorbereitung gibt es gute Projekte. Hier ist die Tradition der Kooperation mit den Niederlanden, z. B. für die Vorbereitung der NATO Response Force, sehr ausgeprägt. Der deutsche Sanitätsdienst leistet im Einsatz hervorragende Arbeit, auch in der Vorbildfunktion für kleinere Truppensteller. Als „Lead Nation“ schafft Deutschland einen Rahmen, in dem sich kleinere Länder mit ihren Beiträgen einfügen können und ermöglicht ihnen so, auch in den Einsatzgebieten präsent zu sein. Durch solche Kooperationen können wir in Summe mehr Kräfte in den Einsatz bringen als in einem rein nationalen Ansatz.

Die Weiterentwicklung dieses modularen Konzeptes ist ein wesentliches Arbeitsfeld für COMEDS und Deutschland leistet hier einen wertvollen Beitrag.

WM: Wenn Sie jetzt mal einen Blick in die Zukunft werfen und 5 oder auch 10 Jahre weiter denken, wie sehen Sie die COMEDS dann, wie könnte sie sich verändern, von der Aufgabe her oder vielleicht auch von der Zahl der Mitgliederstaaten?

General van der Meer: Die offizielle Antwort ist hier zunächst einmal klar: Die Anzahl der COMEDS-Teilnehmer ist durch die NATO-Mitgliedschaft und die übergreifenden Kooperationsprogramme der NATO definiert, die schon jetzt sehr umfangreich sind. Aber wir haben natürlich immer einen Teilnehmerkreis, der über die abstimmungsberechtigten Vollmitglieder hinausgeht – es gibt bei COMEDS außer der Wahl des Vorsitzenden auch wenig Abstimmungen, da wir mehr nach dem Konsensprinzip arbeiten. Wir sehen immer mehr Teilnehmer aus dem Bereich des Programms „Partnership for Peace“ – hier sind es vor allem die osteuropäischen Länder und die ehemaligen Staaten der Sowjetunion. Daneben sind nordafrikanische Länder aus dem „Mittelmeerdialog“ vertreten und - wie bereits angesprochen – Russland ist natürlich ein wichtiger Partner.

Im Jahr 2009 hatten wir zum ersten Mal ein COMEDS-Treffen auf höchster Ebene in einem Partnerland, in der Schweiz. Das war eine echte Premiere, die sehr gut gelaufen ist, zumal die Schweiz als neutrales Land eine besondere Rolle als Gastgeber spielen konnte. Wir gehen aber auch aktiv auf Länder zu, die man geografisch nicht in Bezug zur NATO setzen würde, die aber wichtige Beiträge zu unseren Einsätzen leisten. So sind Singapur und Australien seit Jahren im ISAF-Einsatz aktiv, und auch in sanitätsdienstlichen Belangen gibt es dadurch natürlich Berührungspunkte. Wir profitieren hier von der besonderen Expertise dieser Länder und können andererseits Grundlagen zu NATO-Verfahren vermitteln. Durch diese Zusammenarbeit in COMEDS kann man also besonders die Kooperation in den NATO-Missionen vorbereiten und erleichtern.

Man könnte fragen, wo für die NATO die Grenzen für zukünftige Beziehungen liegen und ob es hier überhaupt räumliche Grenzen gibt. Genau diese Frage habe ich auf unseren COMEDS-Herbsttreffen im NATO-Hauptquartier an Dr. Jamie Shea gestellt, dort Abteilungsleiter für zukünftige Herausforderungen in der internationalen Sicherheit. Als er zur künftigen NATO-Strategie vorgetragen hat, wurde klar, dass es im Prinzip tatsächlich keine Grenzen mehr gibt.

Die NATO sieht sich einer weltweiten Rolle für die Sicherheitspartnerschaft, auch wenn es natürlich Schwerpunkte gibt. Neben den Beziehungen zu Russland sind das auch Länder wie China und Indien, deren Stellung in Zukunft immer wichtiger werden wird. Daher könnten diese Nationen auch in der sanitätsdienstlichen Zusammenarbeit künftig eine größere Rolle spielen. Bei COMEDS sind wir immer offen, mit allen Ländern zusammenzuarbeiten, die zur Kommunikation auf Grundlage unserer Aufgaben und Zuständigkeiten bereit sind – das kann nur zum Vorteil beider Seiten sein. Ich weiß nicht, ob wir im Jahr 2020 eine COMEDS- Plenarsitzung in Peking haben werden, aber auch das sollte man nicht ausschließen.

WM: Eine letzte Frage. Wir verstehen uns im Verlag als Mittler zwischen Sanitätsdienst und Industrie. Und in der Schweiz, bei dem Treffen in der Schweiz, das Sie erwähnt haben, war es zum ersten Mal so, dass die Industrie sich beteiligen konnte mit einer kleinen Ausstellung. Die haben wir betreut, das haben wir ein Jahr später getan, das machen wir auch für diese Ausstellung, die in Budapest stattfindet. Wie ist aus Ihrer Sicht die Kooperation mit der Industrie? Ist es für Sie nützlich, dass die dabei sind?

INTERVIEW MIT BRIGADE GENERAL DR. ROB VAN DER MEER

General van der Meer: Ein Teil der Militärmedizin ist auch der Blick auf die materielle Ausstattung, um den Spezialisten die Mittel zur Verfügung stellen zu können, die sie brauchen. Der Bereich „Forschung und Entwicklung“ ist daher auch in der NATO ein fester Bestandteil der Struktur. Die „Research & Technology Organisation“ hat in der NATO einen Zweig auch für die sanitätsdienstliche Entwicklung – dieser ist zwar nicht eine Untergliederung von COMEDS, aber wir unterhalten sehr enge funktionelle Beziehungen. Wir können hier im Bereich Forschung Fragen formulieren und Aufträge erteilen und das führt zu einer intensiven Kommunikation.

Die Industrie kann einerseits eine Rolle als Vorreiter technologischer Entwicklungen haben oder sie liefert praktikable Umsetzungen für unsere Vorstellungen. In jedem Fall ist es von großer Bedeutung, mit der Industrie zu interagieren – nur so werden wir die maßgeschneiderten Produkte, die wir brauchen, beschaffen und in den Einsatz bringen können. Ein Arzt in einem Militäreinsatz hat sehr spezielle Anforderungen bezüglich der materiellen Ausstattung, um unter widrigsten Bedingungen Hochleistungsmedizin zu liefern.

Wir müssen als COMEDS etwas vorsichtig im Umgang mit der Industrie sein, da wir uns als internationale Organisation unsere Neutralität bewahren müssen – Beschaffer von Material sind die einzelnen Nationen und wir dürfen hier keine unangemessenen Festlegungen treffen. Andererseits sind wir in der Forschung und Entwicklung auf die Expertise der Industrie angewiesen und wir brauchen einen regen Austausch. Denn auch die Industrie benötigt eine Orientierung zu aktuellen Vorstellungen und Planungen im Militär, um Entwicklungen in die richtige Richtung zu treiben. Wenn wir uns also auf bestimmte Regeln des Miteinanders einigen und Verständnis für die jeweilige Position entwickeln, sind solche Ausstellungen der Industrie im Zusammenhang unserer COMEDS Konferenzen absolut sinnvoll.

WM: Herr General van der Meer, ganz herzlichen Dank für das offene Gespräch!

General van der Meer: Das habe ich gerne gemacht!

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